Drama ums Geld spielt nun auf der Straße

Das Theater Lüneburg demonstriert in Hannover mit den anderen kommunalen Theatern Niedersachsens für eine finanziell sichere Zukunft

VON HANS-MARTIN KOCH
Hannover. Sie probten Schlachtrufe, sangen einen „Sklavenchor“ und „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“. Mit kreativen Aktionen begleiteten in Hannover knapp 600 Künstler, Mitarbeiter, Theaterfreunde und Politiker eine Demonstration, bei der sie auf ein drohendes finanzielles Debakel der kommunalen Theater hinwiesen.

Es geht den Theatern aus Celle, Göttingen, Hildesheim, Lüneburg, Osnabrück, Wilhelmshaven sowie dem Göttinger Symphonie Orchester um die Sicherung ihrer Zukunft und um die Umsetzung eines Wahlversprechens. SPD und CDU hatten im Koalitionsvertrag eine Stärkung der kommunalen Bühnen zugesichert. Im Gespräch waren sechs Millionen Euro, sie wurden aber aus dem Etat gestrichen. Minister Björn Thümler (CDU) betonte bei seiner Ansprache, dass er den Mehrbedarf der Theater für gerechtfertigt halte. Das heiße „aber nicht, dass das Geld automatisch im Haushalt steht.“ Es habe von ihm keine Zusage über ein Plus von sechs Millionen Euro gegeben. Das im Koalitonsvertrag ausgesprochene kulturpolitische Ziel einer Stärkung der kommunalen Theater sei auf die gesamte Legislaturperiode bezogen. Thümler verwies auf die „Politische Liste“ – Geld, das direkt von den Regierungsfraktionen SPD und CDU vergeben wird. Zurzeit werde diskutiert, ob über die Liste wie in den Vorjahren Geld an die Bühnen fließen kann. Die sechs kommunalen Theater und die Göttinger Symphoniker erhalten vom Land 25,2 Millionen Euro im Jahr, die drei Staatstheater in Hannover, Oldenburg und Braunschweig 101,4 Millionen Euro.

Pressemitteilung der Landeszeitung Lüneburg