Liegt der Arena-Grundstein noch in diesem Jahr?

Eine wesentliche Frage ist zwar weiter offen, doch will die Verwaltung bis Montag eine Antwort liefern. Dann beschließt der Kreistag über den Bau der millionenschweren Veranstaltungshalle

VON MALTE LÜHR
Lüneburg. Am Montag wird sich entscheiden, ob der Grundstein für die Arena Lüneburger Land noch in diesem Jahr gelegt wird – oder möglicherweise nie. Zwar zeichnet sich derzeit eine Mehrheit für den Baubeschluss ab, doch steht eine wesentliche Information noch aus. Auch halten sich einige Abgeordnete die Entscheidung bewusst bis zur Sitzung offen. Eines steht allerdings jetzt schon fest: Kritiker des Vorhabens gibt es in nahezu allen Fraktionen.

Die Kosten für das Projekt beziffert die Verwaltung mit derzeit 14,4 Millionen Euro. Als Berechnungsbasis dienen die Angebote für 70 Prozent der Arbeiten, die beim Arena-Bau anfallen. Damit sei das Risiko kalkulierbar, heißt es aus dem Kreishaus. Auch ist mit der Campus Management GmbH um Geschäftsführer Klaus Hoppe bereits ein Betreiber gefunden, der entsprechende Vertrag unterzeichnet.

Unsicher ist derzeit noch, ob das Finanzamt Lüneburg dem Landkreis als Bauherren den erhofften Vorsteuerabzug gewährt. Für viele Kritiker ein entscheidendes Kriterium. Genehmigt die Behörde den Vorsteuerabzug nicht, ist der nächste Kostenschub programmiert. Das Investitionsvolumen läge dann bei rund 17 Millionen Euro – und damit deutlich über der Schmerzgrenze der meisten Kreistagsfraktionen. Nach den Gesprächen mit dem Finanzamt will die Kreisverwaltung aber auch in diesem Punkt positive Signale empfangen haben. Zur Sitzung am Montag soll eine „belastbare Aussage“ der Finanzverwaltung vorliegen.

 

Der Druck auf Verwaltung und Politik ist groß

 

Deshalb setzen Landrat Manfred Nahrstedt und der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer als Chefplaner darauf, dass am Montag die Entscheidung für den Bau fällt. Die ersten Abstimmungsgespräche mit den ausführenden Firmen sind bereits terminiert. Wir groß der Druck auf die Abgeordneten des Kreistags ist, zeigt ein Antrag der SPD-Fraktion, der nach dem Baubeschluss beraten wird. Darin fordern die Sozialdemokraten nichts anderes als den Bau der Arena, der zu diesem Zeitpunkt möglicherweise schon beschlossen ist.

Bei den Grünen ist die Verunsicherung so groß, dass Kreistagsfraktion und Kreisverband unterschiedliche Stellungnahmen verschicken – nur, um anschließend zu erklären, dass bei allen Unterschieden inhaltlich Einigkeit bestehe. Doch wird wohl eine deutliche Mehrheit der Grünen für den Bau stimmen, wenn das Finanzamt die Genehmigung zum Vorsteuerabzug signalisiert. 

Pressemitteilung der Landeszeitung Lüneburg