Zum Tod von Wolfgang Hartwig

Nach schwerer Krankheit verstarb der Ehrenvorsitzende des FDP Kreisverbandes nach mehr als 50jähriger Parteimitgliedschaft.

Wolfgang Hartwig wurde am 30.8.1941 in Scharfenwiese/Ostpr. geboren. Nach zweijährigem Wehrdienst verließ er die Bundeswehr 1964 als Fähnrich der Reserve. Er studierte Jura und war bis zum Erreichen des Pensionsalters als Rechtsanwalt und Notar in Lüneburg tätig.

Seine kommunalpolitische Laufbahn in der Stadt Lüneburg begann er am 20.11.1972 als Ratsherr. 1974 - 1981 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters in der Magistratskoalition der FDP und SPD. Von 1983 - 1991 war er Bürgermeister in der Koalition von FDP und CDU.

 

Am 12.9.1991 wurde ihm der Ehrenring der Stadt Lüneburg verliehen. Im Zusatzschreiben heißt es: "In der konstituierenden Ratssitzung am 20. November 1972 begannen Sie als Ratsherr ihre kommunalpolitische Laufbahn. Ich möchte dieses zum Anlass nehmen, Ihnen zu ihrer mehr als 20jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit meine herzlichen Glückwünsche auszusprechen. Sie haben in den verschiedensten Funktionen, als Beigeordneter, Bürgermeister, 'Fraktionsvorsitzender und in diversen Ausschüssen, zum Wohle unserer Stadt und seiner Bürger gewirkt. Hierfür möchte ich Ihnen danken." (LZ vom 1.10.1991) Oberstadtdirektor Reiner Faulhaber .
Am 31.11.1994 gab Wolfgang Hartwig sein Mandat im Rat mit der Begründung, dass seine berufliche Belastung aufgrund der Häufung der Sitzungstermine zu hoch sei, zurück.

In der LZ wurde am 1.12.1994 über den Rücktritt unter dem Titel "Keinem Konflikt aus dem Weg gegangen" ausführlich berichtet, wobei auch Stellungnahmen anderer Kommunalpolitiker zitiert wurden. Dr. Gerhard Scharf, CDU, und späterer Bürgermeister der Stadt sprach folgende Worte: "Er ist ein absolut verlässlicher Partner bei politischen Absprachen, in Rat und Ausschüssen war er belebend und humorvoll mit seiner unverwechselbaren Sprache. Mit manchmal überspitzten Formulierungen, die auf den politischen Gegner sehr provozierend wirken konnten. Ich bedaure sein Ausscheiden.

Am 2.12.2000 berichtete die LZ wieder einmal über Wolfgang Hartwig: "Ein Mann für gute Pointen."
"Heute könne er sich auch um Privates kümmern: Freimaurerloge, Oberkater der Katergesellschaft, Schwarzes Korps der Schützen, Angler, zudem stolzer Großvater der zweijährigen Katharina." Im Bericht steht auch Süffisantes:" Hartwig wäre nicht Hartwig, hätte er nicht Nadelstiche parat."
Offensichtlich vermissten auch die Zeitungsredakteure den Politiker Hartwig im Stadtrat, da sie über seine eloquenten Beiträge immer gerne berichtet hatten.

Die FDP Lüneburg verliert nicht nur einen Freien Demokraten, sondern einen bis ins Mark liberalen Menschen.
Die Lücke, die er hinterlässt, wird sich nur schwer schließen lassen.

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