Politisch korrekte Sprache, politisch korrektes Handeln.

Die Kraft, die stets das Gute will und doch auch Schlechtes schafft.

 

29. Liberales Forum am Dienstag, den 1.3.2016, um 19:30 Uhr, im Wabnitz, Schröderstrasse 9 in Lüneburg

 

Political Correctness bezog sich lange Jahre darauf, durch einen forcierten Sprachwandel Menschen in ihrem Denken zu erziehen. Ziel war es Diskriminierungen sowohl in Worten als auch in Taten auszuschließen. Dadurch entstanden neue Bezeichnungen wie z.B.:

  •  Mohrenkopf/Negerkuss – Schokokuss,
  • Liliputaner – Kleinwüchsiger,
  • Behinderte – Menschen mit Assistenzbedarf.

Und es hat uns so phantastische Dinge wie das Binnen-I beschert, um die mögliche Diskriminierung von Frauen (und Männern?) auszuschließen.

 

Aber ändert diese erzwungene Sprache unser Denken?

 

Wohl kaum, wie die Fälle von Fremdenfeindlichkeit (ist dieser Begriff politisch korrekt?) in den letzten Monaten belegen.

 

Aber das Nichtbenennen von Problemen erschwert und verhindert die Lösung dieser Probleme. Heinz Buschkowski, ehem. Berliner Bezirksbürgermeister, sagte: „Political correctness ist eine Alibi für Leute … die sich wegducken, wegsehen möchten.“

 

Und der Kölner Stadtanzeiger überschrieb einen Artikel: „Auf der Suche nach dem politisch korrekten, unbedenklichen Kostüm.“

 

Die USA sind uns oft ein paar Jahre voraus. Dort sieht die Situation heute so aus: Uni-Präsidenten müssen zurücktreten, weil sie tatsächlichen oder vermeintlichen Missständen nicht entschieden genug entgegentreten. Debatten werden verboten, weil sie "Gefühle verletzen", Kostümpartys abgesagt, weil nahezu jeder Verkleidung ein Affront unterstellt werden kann. In Großbritannien zeigen sich bereits ähnliche „Phänomene“.

 

Wie so oft bewirkt das Vermeiden von einem Extrem das Einpendeln auf das andere Extrem. Denn es entsteht eine neue Diskriminierung und vor allem eine Meinungszensur.

 

Die neue politische Korrektheit geht also noch weiter als die bisherige Volkserziehung. Ihr geht es um den „Schutz“ angeblicher Befindlichkeiten. Ihre Aktivisten fordern einen „safe space“, einen geschützten Raum, der frei ist von gefühlten Zumutungen, von allem, was als Belästigung oder Angriff auf Minderheiten aller Art verstanden werden kann. Explizit wird ein „right to be comfortable“, ein Recht auf Behaglichkeit eingeklagt.

 

Diskutieren Sie mit uns über diese Phänomen, das in unserer Gesellschaft immer mehr Raum einnimmt.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0