Niedersachsen muss zur Gründerschmiede werden

Unternehmensgründung ist eine Chance und kein zweitklassiges Alternativmodel

Deutschland befindet sich in einer Gründungskrise - das hat zuletzt der DIHK-Präsident Eric Schweizer beklagt. In Niedersachsen ist die Lage besonders angespannt. Bei der Existenzgründungsintensität liegt unser Bundesland auf dem drittletzten Platz der alten Bundesländer. Während deutschlandweit im Jahre 2014 60,9 Existenzgründungen je 10.000 Erwerbsfähige zu verzeichnen waren, liegt der Wert für Niedersachsen lediglich bei 55,2. Das zeigt: Niedersachsen hat einen dringenden Aufholbedarf was Existenzgründungen angeht.

Das größte Problem für Unternehmensgründer ist, dass in Deutschland oft noch die German Angst vor dem Scheitern anstatt des German Mut zum Ergreifen von Chancen im Vordergrund steht.

„Deshalb brauchen wir eine neue Kultur der zweiten und dritten Chance statt Spott, Häme, Neid und Missgunst. Die größte Hürde für Gründer liegt in den deutschen Köpfen“, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion Christian Grascha.

In einem Impulspapier hat die FDP-Fraktion deshalb konkrete Punkte zusammengestellt, die notwendig sind, um Niedersachsen zur Gründerschmiede zu machen. Im Vordergrund steht die Schaffung einer neuen Gründerkultur.

In Deutschland entsteht immer mehr der Eindruck, Gründungen seien ein Notnagel in Zeiten der Perspektivlosigkeit oder hoher Arbeitslosigkeit. „Die Parallelen zwischen Arbeitsmarktzahlen und Unternehmensgründungen verdeutlichen das in guten und schlechten Zeiten“, sagt Grascha.

Neben dem Abbau der negativen Geisteshaltung braucht es auch den Abbau vieler Hürden in der Praxis. So schlägt die FDP-Fraktion vor, den Inhalt der Fächer „Wirtschaft“ in Haupt-, Real- und Oberschule sowie „Politik-Wirtschaft“ am Gymnasium sowie den Berufsschulen um den Aspekt des Gründertums sowie der Existenzgründungen zu erweitern. Zudem sollte die Förderung von Existenzgründungen im Hochschulentwicklungsvertrag verankert werden. Wichtig sei ebenfalls ein bürokratiefreies erstes Jahr für Existenzgründer, so dass zu Beginn der Gründungsphase die Anmeldung des Gewerbescheins ausreicht. Letztlich brauchen Gründungen Kapital, das etwa durch die Ausweitung des Förderprogramms MikroSTARTer in Niedersachsen bereitsgestellt werden könnte. Grascha: „Und schließlich muss alles beseitigt werden, was unternehmerisches Handeln behindert - also ein kompliziertes Vergabegesetz oder Aufzeichnungspflichten beim Mindestlohn.

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